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  • Noémi Szabina Haugk

Hoch lebe die Herzensentscheidung!

Aktualisiert: Nov 8


Wer oder was beeinflusst mich beim Treffen einer Entscheidung? Wer trifft meine Entscheidungen, immer ich selbst? Kann ich unterscheiden zwischen Bauch, Kopf- und Herzensentscheidungen? Mir fällt auf, dass meine Entscheidungen im Wesentlichen davon abhängen, ob ich auf Bauch, Herz oder Kopf höre. Es gab in meinem Leben reine Kopfentscheidungen. Jede Menge davon. Vernunftentscheidungen. Oder Entscheidungen nach dem, was man gelernt und gehört hat, was gut für einen wäre. Obwohl ich im gleichen Moment wusste, dass ich jetzt nicht mein Herz sprechen lasse. Ich habe gespürt, dass ich mich gegen meine Herzenswünsche entscheide. Heute für mich unbegreiflich! Leider betraf dies auch wesentliche, große Entscheidungen. Ich meine damit nicht kleine Entscheidungen des Alltags wie "Welche Socken ziehe ich heute an?". Das überlasse ich spontan meinem Bauchgefühl, darauf kann ich mich bei schnellen Entscheidungen verlassen. Ich denke auch nicht an die Entscheidung heute Sport zu machen wenn ich weiß, dass ich viel sitzen werde. Da hat die Vernunft Recht und aus Erfahrung weiß ich, dass es gut für mich wäre, mich zum Ausgleich zu bewegen. Ich denke an Entscheidungen, die das Leben verändern, die dir eine Richtung geben, die dir einen Weg zeigen. Ich stelle nur im Rückblick fest, dass mir meine Kopfentscheidungen kein Glück brachten. Jene Wege bin ich nicht lange gegangen. Von diesen Wegen bin ich abgekommen, ins Schleudern geraten, wurde ich radikal gebremst und hinausgeworfen. Diese Wege fielen mir schwer. Mein Körper hat mir Signale gegeben, dass ich gerade nicht wirklich meinem Herzen folge. Viele Signale habe ich eine Zeit lang kopforientiert überhört, bis die MS kam. Noch deutlicher ging es nicht. Ich habe verstanden. Die aus Herzen getroffene Entscheidungen haben mich auf Wege gebracht, die ich jetzt noch bequem gehe, ohne Hindernisse, es öffnen sich Türen wie von alleine, ich begegne Helfern und Unterstützern, meine Gesundheit zeigt sich dankbar. Ich spüre Leichtigkeit. Nach Herzensentscheidungen habe ich mehr das Gefühl, dass ich bei mir bin, dass ich authentisch bin, dass ich mein Leben lebe und nicht das einer anderen Person. Es fühlt sich für mich richtig an. Natürlich gibt es bei Herzensentscheidungen ein gewisses Risiko, man ist nicht abgesichert, man kann verletzt, enttäuscht, beneidet ... werden, aber eben auch unheimlich geliebt, berührt, erfüllt ... sein. Kann und darf ich in Zukunft meinen Kopf ganz ausschalten bei Entscheidungen? Ich möchte mir mehr Zeit und Raum geben für wesentliche Entscheidungen. Ich will mir erlauben, tief in mein Herz hineinzuspüren, wonach es sich tatsächlich so sehr sehnt. Ich will meinem Herzen eine Chance geben, mir zu zeigen, welche Entscheidung gut für mich ist. Wenn man sich und die Nächsten mit Liebe im Herzen trägt, kann eine Herzensentscheidung gar nicht verkehrt sein. Wie triffst du deine Entscheidungen?

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​© 2018 -2020. Noémi Szabina Haugk.

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