Über mich
Noémi Szabina Haugk
Lange habe ich mich selbst überhört, benutzte unentwegt den Kopf, um meinen Körper mit Ehrgeiz und starkem Willen zu fordern und zu führen. Bis ich mich und meinen Kern dabei selbst verlor. Die Signale meines Körpers und meines Nervensystems waren unmissverständlich. Erst durch die Präsenz in meinem ganzen Körper und Ritualen des nach innen Spürens und Horchens kam ich wieder in Verbundenheit mit mir selbst, meiner Seele und dem Gefühl der Zugehörigkeit. Diesen Weg bin ich mit viel Tiefe und Ruhe, teils allein, teils verbunden gegangen und kam zu mehr Bewusstheit und Klarheit. Heute vertraue ich meinem Körper und weiß, von welchen Werten ich mich gerne im Leben und beim künstlerischen Schaffen leiten lasse.

Identität
Mit Krisen mitten im Leben ist es so, dass im Grunde die Seele unsere Echtheit einfordert und sich danach sehnt, die eigene wahre Identität zu leben. Ich erlebe eine Häutung, bei der ich mein unterdrücktes, verschüttetes Ich unter bunten Schichten wiederentdecken darf. So kam ich weg vom Denken und hin zum Spüren. Ich stelle mir Fragen, wie: "Was mag ich eigentlich, wenn mir niemand zuschaut?" oder "Wann fühle ich mich lebendig?" Das sind wichtige Fragen in Zeiten von Digitalisierung und Social Media, wo mit der eigenen Identität gespielt wird und die innere Stimme noch selten wahrgenommen wird, weil es im Außen nie leise ist und Zeiten mit sich selbst ohne Ablenkung fehlen. Wer bin ich jenseits meiner Verantwortung, meiner Rollen, meinen Pflichten? Eigene Räume und Transparenz in Beziehungen zu schaffen und meine Identität zu bewahren während ich in Verbindung bin, mich zugehörig zu fühlen und mich gleichzeitig abgrenzen zu können, mich selbst in Gemeinschaft nicht zu verlieren, das alles ist für mich essentiell geworden.
Präsenz
Mit Präsenz gelingt es mir, mich aus meinen immer wiederkehrenden Gedankenschleifen herauszuführen und mich mit mir selbst zu verbinden. Sowohl das Sein in diesem Moment - nicht gestern, nicht morgen - sondern im Hier und Jetzt, als auch die Verankerung im ganzen Körper - nicht nur im Kopf - sondern bis zu den Zehenspitzen, ermöglichen mir erst das Leben tatsächlich zu erleben. Schließlich weiß der Körper lange vor dem Kopf, was wahr ist. Ich erfahre mich und mein Gegenüber sinnlicher und wohlwollender. Ich schenke mir und den Menschen durch meine bewusste Wahrnehmung mehr Achtsamkeit und Wertschätzung. Ich habe nicht mehr das Gefühl, dass das Leben an mir vorbeirennt. Stattdessen bin ich mittendrin.
Eine der größten Herausforderungen für mich ist es, mit meiner Aufmerksamkeit fließend zu wandern zwischen außen und innen, immer wieder in den Körper zurückzukommen, ihn vollständig zu bewohnen und darin zu reisen, ohne Wertung zu beobachten und zu entdecken. Wenn ich in Gemeinschaft gleichzeitig in Verbindung mit mir bin und es mir gelingt, fest in meinem Körper verankert zu bleiben, dann können echte Begegnungen entstehen.


Verbundenheit
Der Mensch stand schon immer im Mittelpunkt meiner Arbeit. Seine Entwicklung, seine Heilung, sein Zugang zu sich selbst und zur Welt. Insbesondere interessiert es mich, wie wir Frauen neben unsereren verschiedenen Rollen und Aufgaben des Alltags wieder zu Ruhe und Vertrauen finden und uns gegenseitig stärken können.
Zwar ist Verbundenheit eines unserer Grundbedürfnisse und sogar unser natürlicher Zustand, dennoch gibt es Stolpersteine und Hindernisse im Leben eines jeden, die unseren Glauben daran und unser Gefühl einer vertrauten Verbindung und Zugehörigkeit erschüttern und in Frage stellen. Auch mein Werdegang ist nicht frei von Unsicherheiten und Schiksalsschlägen.
Spannend finde ich Wege, die uns wieder in Verbundenheit bringen mit uns selbst, mit der Natur, mit etwas Größerem, miteinander. Sowohl mein gelerntes Wissen über menschliche Gesundheit, als auch meine praktischen Erfahrungen mit der Integration des Körpers für tiefe Verbundenheit, beeinflussen meine Werke und mein künstlerisches Schaffen. Am liebsten fühle ich mich verbunden.
